Die Reformation stand für geistigen Fortschritt
Die Reformation brachte dem Oberlausitzer Bürger geistigen Fortschritt, der Humanismus hielt Einzug aber gerade diese Situation führte zum verstärkten Kampf des konservativen Adels gegen die städtischen Freiheiten.
Aber die Oberlausitzer waren durch ihre nun mittlerweile rund 600 Jahre gelebte und immer wieder neu erkämpfte Verfassung ein selbständiges Volk im Böhmischen Reich. König Ferdinand I. ließ die evangelischen Gläubigen gewähren, strebte aber wie sein Bruder, Kaiser Karl V., danach, den Protestantismus zu vernichten.
Da das friedlich nicht möglich war, versuchten sie es mit Gewalt. Der Kaiser nahm die Häupter des Protestantismus, den Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen und den Landgrafen Philipp von Hessen, in die Reichsacht und übertrug die Vollstreckung dieses Urteils seinem Statthalter, dem Böhmenkönig Ferdinand I. In diesem Krieg gegen den evangelischen Schmalkaldischen Bund (1530 gegründet) sollten die nunmehr ebenfalls evangelischen Oberlausitzer für ihren katholischen König kämpfen.
Dies taten sie, wenn auch widerwillig. Was sie nicht wußten, dass der adlige Landvoigt ihnen einen neuen strategischen Termin nicht rechtzeitig zukommen ließ, so verließen sie vorzeitig den Kriegschauplatz. Sie fielen in die Pön.Am 7.9.1547 wurden ihnen die Strafartikel vorgelesen. Mit jeder Stadt wurde eine besondere Kapitulation abgeschlossen.
Sie hatten
- alle Privilegien, Freiheiten, Satzungen
- alle Statuten der Zünfte
- alle ihre Geschütze samt Pulver und Munition
- alle Stadt-, Lehn- und Landgüter abzutreten,
- sich zu einem ewigen Biergeld zu verpflichten,
- alle Kirchenkleinodien und Urkunden abzugeben
- und für die verkaufte Strafe zu zahlen.
Mit diesem Urteil regierte schwerpunktmäßig der Adel die Oberlausitz, die Macht der Städte war vorerst gebrochen. Viele Privilegien durften sie sich später teuer zurückkaufen und zwar schon deshalb, damit sie mit ihrer ökonomischen Kraft Geld in die königlichen Kassen brachten. Der König behielt sich die Gerichtsbarkeit über den Adel und alle hohen Beamten.
Im Dreißigjährigen Krieg kamen 1635 unsere Lausitzen im Prager Frieden als erbliches Mannslehen an Sachsen. Die Aufgaben des Städtebundes fielen mehr und mehr auf Verwaltungsaufgaben und wurden vom sächsischen Kurfürstentum leitend übernommen.
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