Sie befinden sich gerade hier: Oberlausitzer Sechsstädtebund / Deutsche Besiedlung
Samstag, 19.05.2012

Thüringer und Franken

Thüringer und Franken waren es vor allem, aber auch Niederdeutsche und Niederländer, die hier siedelten. Das Land erhielten sie von den ritterlichen Grundherren, aber auch vom Landesherrn und vom Bischof. Auch altslawische Dörfer wurden eingegliedert. Viele Orte wurden in das Gebirge hinein gerodet.

Die deutschen Bauern waren im Gegensatz zu den meisten slawischen Siedlern persönlich frei und ihr Besitz war vererbbar. Sie erbrachten nur geringe Leistungen gegenüber den Grundherren. Unsere noch heute vorhandenen Straßendörfer entlang der Bäche entstanden. Die entstandene Dorfgemeinde, die es sich leisten konnte, baute sich eine Kirche und ernährte ihren Pfarrer.

Um 1220 folgten auf der Grundlage der Dörfer die Markt-flecken, aus denen sich Städte entwickelten. Die via regia ( die Königs- oder Hohe Straße ) war der Einzugsweg ins Land, und dort wo auf den Siedlungswegen Kreuzpunkte waren, entstanden durch die Menschenkonzentration meist stadtähnliche Gebilde, übernommen als Siedlungsform „aus dem Westen“, mitgebracht von den Siedlern. Regelrechte Grundstücksmakler - die Locatores, waren zu Gange, den Neuankömmlingen ihren Platz zu weisen. Es waren Gewerbe- und Handelstreibende „aus dem Westen“, Bürger aus bereits vorhandenen, umliegenden und weiteren Orten und Bauern der Oberlausitz. Dazu kamen noch die Grundherren. Die Locatores waren oft die ersten Stadtverwalter. Meist entstanden die ersten Städte neben einem bereits schon vorhandenen Dorf, und auch sie betrieben oft Landwirtschaft.

„Als Zeit der Gründung unserer Stadt (Görlitz) ist das zweite Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts anzunehmen, dieselbe Zeit, in der auch die Schwesterstädte Kamenz, (Bautzen), Löbau und Lauban entstanden sind. Es ist das etwa ein Jahrzehnt nach Anlegung der deutschen Hufendörfer in der Umgebung... .“. (Jecht 32/33)

Lesen Sie nun → Rund um das Stadtrecht